Internationaler Tag gegen Rassismus 2018 in Turin

Geschrieben von: Victoria Kategorie: Veranstaltungen Am: Kommentare: 0 Finden das interessant: 1324

Um den 21. März herum findet jährlich der Internationale Tag gegen Rassismus statt. Die kulturellen Erben wurden vom Verein "Altera Cultura" nach Turin eingeladen, um über das #PaintBack Projekt zu sprechen und an Kunstaktionen teilzunehmen.

Anfang März erreicht uns eine Mail von Stefano Rosso, Aktivist und Sprecher des italienischen kulturellen Vereins "Altera Cultura". Er erzählt uns über seine Initiative "Kunst im Dienst von zivilem Ungehorsam" und, dass das italienische Städtchen Turin aufwacht um sich aktiv gegen Rassismus zu stellen. Hintergrund sind vor allem die jüngsten Ereignisse in Italien: Drei Beispiele dazu. 1.) Die Wahlergebnisse 2.) zwei Italiener, welche in der Nähe von Milan Menschen aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe getötet haben und 3.) das versuchte Brandmarken eines Mannes, dessen Wohntür von Faschisten beschmiert wurde mit den Worten "hier wohnt ein Anti-Faschist". Ereignisse, die zunehmend an das Nazi-Deutschland im 20. Jahrhundert erinnern.

In kurz: Stefano fragt uns ob der Gründer des Vereins der kulturellen Erben, Ibo Omari, Bock hätte einen kleinen Workshop in Turin zu halten, über die #PaintBack Aktion zu sprechen und im Rahmen des Internationalen Tages gegen Rassismus Aufklärungsarbeit zu leisten und Kunst zu propagieren im Kampf gegen den Rassismus. Klar, Ibo ist dabei – wir kommen!

Der internationale Tag gegen Rassismus ist die Reaktion auf ein Blutbad in Südafrika am 21. März 1960: Rund 20.000 Menschen demonstrierten damals in der Nähe von Johannesburg gegen das diskriminierende Apartheid-Regime. Schlussendlich schlachtet die Polizei vor Ort 69 Demonstrierende ab – ein Armutszeugnis, das später als "Massaker von Sharpeville" in die Geschichte eingeht.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen ruft sechs Jahre später - 1966 - den 21. März als "Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung" aus. Gut gedacht jedoch, positiv ausgedrückt, sehr ungebildet formuliert. Warum? Es gibt nur eine Rasse - und das ist die menschliche Rasse!, Zitat der aufgeweckten Erzieherin Jane Elliott, die nach dem Tod von Martin Luther King ein gesellschaftliches Experiment ins Leben ruft um Rassentheorie zu widerlegen und reale Diskriminierungsmechanismen sichtbarer zu machen. In der Biologie wird die Art "Homo sapiens" nicht in Rassen oder Unterarten unterteilt. So ist die Rassenlehre eine veraltete Theorie, welche lediglich der selbsternannten Elite politische und gesellschaftliche Vorzüge bringen soll, indem es Menschen nach phänotypischen Merkmalen (Äußerlichkeiten wie z.B. Hautfarbe und Behaarung) unterteilt. Um den Bogen zu spannen zu dem was uns ärgert: Die Wortwahl der Vereinten Nationen sollte "gegen Rassismus bzw. Diskrimierung" lauten und nicht "gegen Rassendiskrimienierung", welches fälschlicherweise das Bestehen von menschlichen Rassen impliziert.

20. März 2018 – von Berlin nach Turin

Wie kann die Zivilgesellschaft mobilisiert werden sich gegen Rassismus zu stellen? Penny vom "Racial Justice Network" zeigt in englischer Sprache fünf Wege auf um Rassismus zu unterbinden und schlägt vor wie man sich in rassistischen Situationen verhalten kann. Ein weiterer Ansatz unter vielen ist die #PaintBack Initiative (Originalvideo auf YouTube), bei welcher hasserfüllte Botschaften mit Liebe, Humor und Kunst beantwortet werden. In einem Workshop erzählt Ibo die Geschichte wie es zur Initiative kam und gibt in einem sympathischen Fahrradladen im Bezirk San Salvario in Turin ein paar Tipps zur künstlerischen Umsetzung.

Video zum #PaintBack Workshop in Turin, Italien.

Video Quelle: NGO "Altera Cultura"

Alle Fotos

Foto Quelle: NGO "Altera Cultura". Alle Fotos zum #PaintBack Workshop in Turin zu sehen im Google Fotos Kanal der kulturellen Erben.

 22. März 2018 – Welttag gegen Rassismus

Am Internationalen Tag gegen Rassismus und Diskrimierung finden in Turin verschiedenste Kunstaktionen statt. Darunter das Bemalen dieser Hall in der Via Montebello in Turin, schräg gegenüber der Mole Antonelliana (ital. mole: sehr großes Bauwerk"). Das ursprünglich als Synagoge begonnene Bauwerk wurde schließlich als Museum fertiggestellt und ist das Wahrzeichen von Turin.

Instagram Quelle: LEGACY BLN

Inspiriert durch die Ereignisse rund um den Welttag gegen Rassismus 2018 entsteht in der Nacht dieses Video von Aktivisten zur Bekämpfung von Rassismus, Quelle unbekannt.

Video Quelle: Anonym

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